Nicht nur Gärtner und Landwirte kennen sie, die Eisheiligen. Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia, die kalte Sophie, sind die Tagesheiligen vom 12. bis zum 15. Mai. Wie und warum diese Tage zu ihrem Namen kamen und die Heiligen zu "Eisheiligen" wurden, weiß man so genau nicht mehr. Aber tatsächlich soll die Frostwahrscheinlichkeit zumindest früher an diesen Tagen besonders hoch gewesen sein.

Wie um andere Heiligen auch, ranken sich auch um die Eisheiligen viele Legenden. So soll Pankratius bei einer Reise nach Rom Christ geworden sein und mit seinem Vermögen, er wurde früh Waise, verfolgten Christen geholfen haben. Unter Kaiser Diokletian kam er ins Gefängnis, hielt aber treu an seinem Glauben fest. Mit 14 Jahren wurde er enthauptet und sein Leichnam den Hunden zum Fraß vorgeworfen.

Auch über Servatius, einem der populärsten Heiligen des Mittelalters, Bonifatius und Sophia gibt es solche Geschichten. Was Historie und was Legende ist, lässt sich oft nicht mehr trennen. Allen ist aber gleich, dass sie für ihren Glauben einstanden und oft bis zu ihrem gewaltsamen Tod daran festhielten.

Sie wurden damit nicht nur zum Vorbild für andere, sondern gehören zu einer langen Reihe von Christinnen und Christen, die auch unter schwierigen Bedingungen und Anfeindungen an dem fest hielten und halten, was ihrem Leben Sinn und Hoffnung gibt.

Heilige gibt es daher immer noch – auch in der evangelischen Kirche. Nämlich überall dort, wo sich jemand an den Ratschlag aus dem 1. Petrusbrief hält: Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist (1. Petr 3, 15).

Ihr Jochen Stähle, Pfr.