Wer unsere Kirche betritt, hat sie sofort im Blick: die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Überlebensgroß füllen sie die Fenster des Chorraums aus. In ihrer Mitte Jesus, von dessen Leben und Wirken sie erzählen. In dieser Woche, am 25. April, ist der Tag des Evangelisten Markus. Von ihm stammt, so die Meinung der meisten Forscher, das älteste Evangelium - und zugleich auch das kürzeste. Breiten Raum nehmen bei ihm Jesu letzten Tage in Jerusalem ein, also das, was wir gerade in der Kar- und Osterwoche gehört und woran wir uns erinnert haben.

Für Markus läuft alles auf diese Ereignisse zu, auf den Einzug in Jerusalem, das Passamahl, Verrat und Verhaftung, Kreuzigung und Auferstehung. Eifrig ist er darauf bedacht, nicht zu früh das Geheimnis um Jesu Person zu lüften. Erst der römische Hauptmann unter dem Kreuz bekennt - stellvertretend für alle Welt: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen (Mk 15, 39b). Merkwürdig ist sein Schluss, der ursprünglich damit endete, dass die Frauen mit Zittern und Entsetzen das leere Grab verließen und aus Furcht niemandem etwas von dem sagten, was sie gerade gesehen und gehört haben. Erst später hat man einige Verse angefügt. Unter anderem auch den, der zum Vers für den Tag des Markus geworden ist: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur (Mk 16, 15b).

Denn das ist es, was Markus und die anderen Evangelisten tun wollen: das Evangelium verkünden, Menschen von Jesus erzählen und zum Glauben einladen. Zum Glauben an den, dessen Worte nicht vergehen (Mk 13, 31), der sein Leben für die Menschen gibt (Mk 10, 45) und der wiederkommen wird (Mk 14, 62). Auch davon erzählt sein Bild im Fenster unserer Kirche.

Ihr Jochen Stähle, Pfr.